Münstersche Zeitung Reviewt Wollust

gepostet von Kai | 03. März 2005

In den Apfelkuchen gebissen
Theater: Die Todsünde Wollust

Münster. “Für mich ist es ‘Herumhühnern’: Seine Lippen küssen, gemeinsam grooven, von der Ohrmuschel bis zum Po, zwischen Apfelkuchen und Sahne, darauf bin ich neugierig.” Dieses sehr persönliche Statement zum Thema “Wollust” klang aus dem Off, darunter legten sich geschmeidige Snythesizerklänge, die sich streichelnd wie warme Hände in einer kalten Winternacht über die Hörer im Hot Jazz Club in Münster ausbreiteten.

Telefonaktion

Das Finale der erfolgreichen Todsünden-Reihe des Theaterlabels “Ohrpilot” am Sonntag hatte es in der Tat in sich. Das Duo “Resonator” aus Anja Kreysing und kai Niggemann beschäftigte sich mit dem Thema “Wollust”. Der Clou dabei: Fast alle Texte des Abends entstammten einer Telefonaktion, bei der Menschen aus dem Münsterland in den vergangenen Wochen ihre Erlebnisse zum Thema Wollust zu Gehör bringen konnten (wir berichteten).

Diese O-Töne vermischte das Duo mmit eruptiven Synthesizer- und Akkordeonklängen sowie atmosphärisch-dichten Geräuscheffekten zu kraftwerk’esken Collagen. Sie lieferten den Soundtrack zur schönsten Nebensache der Welt.

Das knisternde Live-Hörspiel vermittelte eine zeitgenössische Mischung aus Verlangen, Fantasien und Verlockungen. Die Reaktionen des sich in weiche Kissen kuschelnden Publikums waren begeistert. Wunderbar, wie die alltäglichen Szenen zwischen Tresen und Bettkante das Thema karikierten.

Den Texten setzten die Künstler eine sehr technische musiklaische Performance entgegen, die mit sinnlichen Klängen betörte. Dieser furiose Hör-Abend bewies, wie “hautnah” Kunst sein kann.

(Peter Sauer. Münstersche Zeitung. Seite “Kultur”, 15.03.05)

« « Das konservative Münster —— live in Bochum am 21. September, Wiedereröffnung Situation Kunst » »

CD Baby (US-Distribution)

RESONATOR: Red Room Diner

iTunes

Jetzt bei iTunes kaufen:

Resonator auf myspace

Twitter