gepostet von Kai | 12. Dezember 2004
“Bitte einsteigen”! RESONATOR läd ein zu atmosphärisch-dichten Night-Cruisings durchs Unterbewusstsein der Hör-Seelen: mal als Soundtrack zu einem John Carpenter-Film, mal neo-folkloristisch, mal bizarr-abenteuerlich.
Die technische Soundbrillanz überzeugt und der Facettenreichtum kann mit ähnlichen Produktionen vom Schlage eines John Cage, der späten Talk Talk oder eines David Sylvian mithalten.
Wenn man einmal seinen Hörhorizont geöffnet hat, verwischen sich die Grenzen herkömmlicher Hörerlebnisse zugungsten neuer Dimensionen.
“Red Room Diner” empfiehlt sich als zeitgemößes Stimmungsbild eines Philipp Glass des 21. Jahrhunderts.
Das Album ist ein Soundteppich, der auf angenehme Art gefangen nimmt, zwar den Hörer völlig beansprucht, aber das unkonventionelle Hör-Erlebnis lohnt sich, um über den Tellerrand charts-durchfluteter Mainstreammarinade wieder etwas Creme zu erhaschen, die mundet und stärkt.
Besonders Hitverdchtig ist Take 4 [Fjords], der Resonators Stärke als kraftwerk’eske Nachfolger von Tangerine Dream unter Beweis stellt. Weiter so!
Peter Sauer, freier Journalist für WDR 3 Mosaik / Münstersche Nachrichten, 11.12.04


